Sensorisch-integrative Mototherapie®
(nach Kesper und Stenzel) – ein ganzheitlicher Ansatz

Die Sprachentwicklung, das Lernen und das Verhalten basieren schon laut Piaget auf einer ungestörten sensomotorischen Entwicklung. Eine wichtige Rolle spielen dabei das Gleichgewicht (vestibuläre Wahrnehmung), der Tastsinn (taktile Wahrnehmung) sowie die Eigenwahrnehmung und die Bewegungsplanung (kinästhetische Wahrnehmung). Diese Sinne entdeckt der Embryo schon im Mutterleib und sie begleiten ihn auch nach der Geburt in der Auseinandersetzung mit seiner Umwelt. Ebenfalls erarbeitet sich das Baby nun die motorischen Meilensteine der Entwicklung wie Kopfkontrolle, Rumpfstabilität, physiologischer Handstütz, Rumpfrotation und Augenmuskelkontrolle. Die visuelle und auditive Wahrnehmung bauen darauf auf.

Die sensorische Integration (SI) bezeichnet nun das gelungene Zusammenspiel von neuronalen, sensorischen und motorischen Fähigkeiten, die grundlegend für die positive kindliche Entwicklung sind.
Wie auch das Lernen und Verhalten stellt die Sprache/das Sprechen das Endprodukt einer gesunden sensorischen Integration dar. Motorik und Wahrnehmung sind die Basis für alle Möglichkeiten der Kommunikation: gesprochene und geschriebene Sprache, Gestik und Mimik.

Um Gehörtes gut zu verarbeiten und einordnen zu können, bedarf es eines intakten vestibulären Systems. Eine gut funktionierende taktil-kinästhetische Wahrnehmung benötigen wir, um für eine gute Aussprache bei jedem Laut die Artikulationsorgane wie Zunge und Lippen exakt einzustellen.

Die SI-Mototherapie (nach Kesper) findet ihren Einsatz in Kombination mit der Neurofunktionellen Reorganisation (nach Padovan) in der ganzheitlichen Logopädie.

Sprachtherapie aus dieser Sichtweise betrachtet die Symptome nicht isoliert, sondern unter Berücksichtigung der bisherigen sensomotorischen Entwicklung.

Weiter kann diese Therapie gezielt eingesetzt werden bei folgenden Indikationen:
• Lernstörungen (Lese-Rechtschreibschwäche und Dyskalkulie)
• Verhaltensstörungen (Aufmerksamkeitsstörungen, Hyperaktivität, Aggressivität, autistischen oder mutistischen Verhaltensweisen)
• Motorischen Störungen (graphomotorischen Störungen)
• Sensorischen Störungen (Gleichgewichtsstörungen, propriozeptive und dyspraktische Störungen)

Weitere Informationen zum Thema SI-Mototherapie® finden Sie auf der Seite www.sim-kurse.de.

Die SI-Motodiagnostik umfasst die Untersuchung der motorischen und sensorischen Bausteine. Die SI-Mototherapie® beinhaltet die Beratung der Eltern über die individuellen Fähigkeiten und Störungen ihres Kindes, die Anleitung der Eltern zu häuslichen Übungen und die Förderung in Einzeltherapie (alle 6-8 Wochen). Die Mototherapie wird nicht durch Ihre Krankenkasse finanziert, sondern muss privat geleistet werden.